Unsere Mariengrotte
St. Pankratius in Westhausen
Geschrieben von: Rita Reiter   

Mariengrotte in westhausen

 

Im Jahr 1957 schrieb Frau Anna Meyer geb. Leineweber (1896-1983)
aus Westhausen diese schönen Zeilen zu Ehren der Mariengrotte in Westhausen.


 

Der Feind hoch oben auf dem Berge stand

und unsere Soldaten durch Trift und Brücher marschierten,

eine dichte Nebelwand am Himmel stand,

die Muttergottes hatte ihren Schleier ausgespannt:

Maria hat geholfen!

 

Da war der Gedanke wach: Wir wollen eine Grotte bauen;

sie soll ein Gedächtnis sein.

Der Gedanke schlief, bis die Zeit dazu reif war.

Zuerst wurde an die Muttergottes-Statue gedacht

und die Linde hinterm Friedhof zum Herrgottsschnitzer gebracht.

Eine Fatima-Jungfrau sollte es sein,

sie möge uns allen eine Zuruferin sein:

O betet, o betet den Rosenkranz!

 

Nun wurde an das Plätzchen gedacht.

Westhausen, so romantisch im Tale liegt,

ein Kranz von Bergen es umgibt.

Als Jungmann gern man die Höhen ersteigt,

im Alter man lieber das Tal durchschleicht.

Da wurde an den Brücher gedacht,

im Brücher die Sonne am ersten lacht.

 

Nun ging es an die Arbeit ran.

Die Arbeit war schwer, die Arbeit war hart,

denn viele Schubkarren Erde wurden in Bewegung gebracht.

Da musste viel gebittet und gebettelt werden,

denn unsere Jugend ist heute schwer zu bewegen.

Doch mit Mariens Hilfe und starker Männerhand,

ein ganz schönes Plätzchen dort entstand.

 

Nicht aus Marmor und Granit ist die Grotte erbaut

sondern ganz der Liebe der Heimat anvertraut.

Die Grotte ist aus Steinen, wie sie im Walde wachsen.

Ein fleißiger Mann hat manchen Weg daran gewandt,

dass er die schönen Steine zusammenfand.

Mit Pferd und Wagen wurden sie zur Stelle gefahren.

Der Zimmermann spannte den Bogen fein,

auch fleißige Maurer fanden sich ein;

sie reihten aneinander Stein um Stein.

 

Die Arbeit ging zwar langsam voran,

denn die Feierabendstunden sollten es sein,

sie sollten der Muttergottes gewidmet sein.

Zuletzt mit Liebe und Bedacht

wurde das schöne Altärchen gemacht.

 

Auch andere Handwerker fanden sich ein,

die reinste Jungfrau wird ihnen allen Vergelterin sein.

Der Dachdecker machte die Abdichtung,

der Schlosser schuf das eiserne Tor,

der Tischler machte den Gartenzaun,

der Maler gab ihm die Farbe.

Zuletzt kam der Gärtner.

Er pflanzte Bäume, Sträucher, Rosen, Vergissmeinnicht.

O Maria, verlass uns nicht,

wenn dein Sohn das Urteil spricht.

 

Geschrieben im Jahre 1957 von Frau Anna Meyer, geb. Leineweber (1896-1983) aus Westhausen
 

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