Der Papst in Thüringen
Etzelsbach
Geschrieben von: Peter Anhalt   

Buchvorstellung

Autor: Peter Anhalt

Der Papst in Thüringen

Das hat es in Etzelsbach auch noch nie gegeben. Im Altarraum der Kapelle waren am 26. November 2011 Werbeschilder der Zeitungsgruppe TA und TLZ aufgestellt.

Es findet eine Buchpräsentation mit wahnsinnig viel Medienaufmerksamkeit und blitzenden Kameras statt. Es galt den Bildband „Der Papst in Thüringen“ der Öffentlichkeit vorzustellen. Stubenitzky ist nicht da. Christel Kinzel, die „gute Seele von Etzelsbach“, hat ihn vertreten.
Zu dem Trubel in Etzelsbach trug sicherlich bei, dass Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht anwesend war. Schon waren auch alle wichtigen CDU-Politiker des Eichsfeldes vor Ort. „mir da was entgangen? Ist der Papst zurückgekommen?“ fragte Peter Kittel, der das Jahrtausendereignis im Eichsfeld organisiert hatte, zu Beginn seiner Rede. Er hatte mit „24 Leuten und 24 Häppchen“ (und Gehacktes) zur Buchpräsentation gerechnet.
Aber der Zuspruch war gewaltig. Mindestens 150 Eichsfelder und viele Ehrengäste waren gekommen. Die Tore der Kapelle mussten trotz Kälte geöffnet werden.
Peter Kittel hielt eine sehr emotionale Rede und blickt dabei nicht nur zurück, sondern vor allem in die Zukunft. Die Eichsfelder sollten das Geschenk des Papstbesuches nutzen, es ergeben sich gigantische Möglichkeiten. „Nutzen Sie die Chance, die sich durch den Besuch des Heiligen Vaters ergibt. Die Region wird aufblühen durch den Tourismus der Pilger.“Rund 1,6 Milliarden Menschen seien am 23. September 2011 weltweit auf das Eichsfeld aufmerksam geworden, so das Ergebnis einer Studie, die die Regierung in Auftrag gegeben hat. „In den kommenden Jahren wird die ganze Kraft des Papstbesuches zurückkommen“, prophezeite er. Und das, was er zuvor als Vision geäußert hatte, wiederhole er nun als Wirklichkeit. Etzelsbach sei der emotionale Höhepunkt des Papstbesuches gewesen. Und vom Bruder des Papstes Georg Ratzinger, der in Regensburg lebt, wusste er, dass es auch Papst Benedikt so empfand.
Auch Ministerpräsidentin Lieberknecht sprach vom emotionalen Höhepunkt der Reise. Sie zählte dazu aber beide Thüringer Orte, Erfurt und das Eichsfeld.
Propst Heinz-Josef Durstewitz analysierte, dass allein die Anwesenheit des Heiligen Vaters in Erfurt, und noch mehr wog sein Besuch in dieser kleingliedrigen Landschaft des Eichsfeldes, wichtig gewesen sei. Weniger wichtig war, was der Papst sagte.
Landrat Dr. Werner Henning sieht den Papstbesuch ganz selbstbewusst als eine Referenz an die Menschen, die hier leben, ganz nach dem Motto: „Bleibt so, wie ihr seid, so seid ihr richtig.“
Die Redakteure Thomas Müller und Fabian Klaus führten zusammen die eigentliche Buchpräsentation durch. Thomas Müller sprach auch noch einmal die große Geheimniskrämerei im Vorfeld an. Er hat sich bemüht möglichst viele Geheimnisse zu entlocken. Seine negative Einschätzung 100 Tage vor dem Papstbesuch muss er revidieren. Alle anstehenden Probleme wurden noch wunderbar gelöst. Und auch für den Scharfenstein war es gut so, wie es war.
In die Buchpräsentation hatte sich auch die Tanzgruppe des Heimatvereins eingebracht. Sie tanzte das Vaterunser um den Altar, wie sie es auch schon im Vorprogramm zum Papstbesuch getan hatte. Christel Kinzel wurde ja schon genannt. Sie begleite an der Orgel den Gesang, sang als Solo ein Ave Maria und hielt eine Ansprache, in der sie Maria mit einer Vorzimmerdame verglich, die ein gutes Wort beim Chef einlegen kann.
Zum Schluss wurde der Engel des Herrn gesungen. „Hole noch ein paar Bilder, Herr Küster, dass unsere Gäste auch mitsingen können“, sagte sie zuvor durchs Mikrofon und hatte damit wie meistens, das letzte Wort.  
Hinter der Kapelle waren Zelte aufgebaut. Mitglieder des Heimatvereins versorgten die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Es war hier auch etwas wärmer. Das tat gut.
Obwohl Peter Kittel keine einzige Zeile zu dem neuen Buch beigetragen hatte, war er der begehrteste Autogrammgeber. Er konnte kaum eine Tasse Kaffee trinken. Das zeigt seine Beliebtheit bei den Eichsfeldern.

 

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