Gespräch mit Msgr. Franz – Xaver – Stubenitzky
St. Mauritius in Steinbach
Geschrieben von: Gregor Mühlhaus / TA   

Mit der Ankündigung seines Rücktritts hat Papst Benedikt XVI. nicht nur alle Christen weltweit überrascht. Am 28.02. wollen sich die Eichsfelder mit einer Messe in Etzelsbach beim Oberhaupt der Katholischen Kirche bedanken.

Msgr. Franz-Xaver-Stubenitzky war im September 2011 mitverantwortlich für das liturgische Rahmenprogramm beim Papstbesuch. Mit ihm sprach Gregor Mühlhaus.

Msgr. Stubenitzky, was bleibt in Ihren Erinnerungen an den 23. September 2011 vordergründig, oder besser einzigartig?

Was für mich bei der Erinnerung an den Papstbesuch in Etzelsbach im Vordergrund bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Heilige Vater mit seiner wunderbaren Predigt und Meditation über die Pietá, also dem Gnadenbild, uns Maria als Helferin in der Not wieder in den Blickpunkt gerückt hat.

Er hat es uns auf eine beeindruckende Art und Weise dargelegt. Anatomisch gesehen ist die Herzwunde bei unserer Pietá auf der falschen Seite, aber auch der betende Mensch, der vor dem Corpus Christi steht, soll sein Herz auf der Seite des Herzens Jesu haben. So hat Papst Benedikt auch die Verbindung zwischen der Mutter und dem Menschensohn erklärt.

 

Nun sorgte der Rücktritt von Papst Benedikt für große Verwunderung unter den Gläubigen.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie davon hörten?

 

Ich habe es anfangs für einen Scherz gehalten, aber dann auf der Webseite von Radio Vatikan gesehen, dass die Mitteilung sehr ernst zu nehmen ist. Ich glaube Benedikt hat am Krankheitsverlauf seines Vorgängers erkannt, wie schwer es werden kann das Amt allumfassend wahrzunehmen. Dann habe ich seinen Mut bestaunt und auch, wie schon so oft, seinen vorausschauenden theologischen Weitblick erkannt. Ich glaube, dass die Bekanntgabe des Rücktritts nicht umsonst am Gedenktag „Unserer lieben Frau von Lourdes“ erfolgt ist. Papst Benedikt ist ein großer Marienverehrer.

 

Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft der katholischen Kirche?

 

Die Probleme beginnen bei der Hauskirche. Viele haben das Beten verlernt. Wenn Kinder bei der Erziehung das Kreuzzeichen nicht erleben, können sie ihren Glauben später auch nicht in der Öffentlichkeit bezeugen. Wenn in Familien Kirche nicht mehr erklärt und gelebt wird, dann kann Kirche dort nicht überleben. Außerdem empört mich wie Kirche in bestimmten Medien teilweise lächerlich gemacht wird. Mein Beruf ist es die Botschaft Gottes den Menschen nahe zu bringen. Da kann ich mir meinen Glauben nicht nach Tagesform zurechtlegen. Sondern ich muss ständig meinem Auftrag, das Wort Gottes zu verkünden, nachkommen. Das wünschte ich mir von allen Katholiken.

 

Wird es eine neue Ära Papst geben oder geht das neue Oberhaupt der katholischen Kirche den eingeschlagenen Weg von Benedikt weiter?

 

Das kann ich nicht sagen. Wir müssen es abwarten, ansonsten wären alle Aussagen rein spekulativer Art. Der nächste Papst muss die Kirche auf alle Fälle als Weltkirche weiterführen. Reformen stehen innerhalb der Kirche sehr wohl an. Ich sehe die Reformen aber in der geistlichen Vertiefung des Glaubens, nicht in der medialen Veränderung.

 


Gregor Mühlhaus / TA ...

 

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