Schwester Wigbertia SSpS
Nachruf - Steinbach

„Euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.“ Kol 3,3

N a c h r u f

Schwester Wigbertia SSpS

Agatha Margaretha Bergmann

Geboren: 04.02.1927 in Steinbach, Eichsfeld
Eintritt: 22.04.1952 in Wimbern
Erste Profess: 08.12.1954 in Wimbern
Ewige Profess: 21.11.1960 in Wimbern
Gestorben: 03.08.2013 in Werl, Krankenhaus
Beerdigung: 07.08.2013 in Wickede-Wimbern



Am 3. August 2013 vollendete sich das „in Gott verborgene Leben“ (vgl. Kol 3) unserer Schwester
Wigbertia, Agatha Margaretha Bergmann. Kräfteverfall und Schwäche waren nicht mehr aufzu-
halten, wenn auch in ihren letzten Lebenstagen ein kurzer Krankenhausaufenthalt ihr eine gewisse
Erleichterung verschaffen konnte. Der Herr fand seine eifrige Missionarin und treue Dienerin bereit,
als er Schwester Wigbertia am ersten Samstag im August für immer zu sich rief.

Steinbach im Eichsfeld, katholische Enklave im östlichen Teil Deutschlands, war die Heimat von
Agatha Bergmann. Hier wuchs sie auf als älteste von vier Kindern der Eheleute August und Martha
Bergmann, geb. Kulle. Der Vater war Zimmermann. Nach Beendigung der Volksschule 1941 und
dem sog. Pflichtjahr machte Agatha in Heiligenstadt eine Ausbildung zur Textilverkäuferin, die sie
erfolgreich abschloss. Sie arbeitete zunächst weiter in dem Lehrbetrieb, nach Kriegsende dann für
einen Heimarbeitsbetrieb. 1948 trat sie in Heiligenstadt eine Stelle in einem Pfarrhaus an. Hier
machte sie sich mit allen Haus- und Gartenarbeiten vertraut; täglich kam sie mit vielen Menschen in
Berührung, die an der Pforte des Pfarrhauses anpochten. 1951 fand sie in einer Zeitschrift die
Adresse der Steyler Missionsschwestern. Der bereits in ihrer Kindheit aufkeimende Gedanke,
Missionsschwester zu werden, regte sich von neuem. Agatha bat in Wimbern um Aufnahme in die
Gemeinschaft der Steyler Missionsschwestern. Da sie in der Ostzone lebte, war der Eintritt mit
etlichen Schwierigkeiten verbunden. Sie kam daher einige Wochen später als ihre Partiegefährtinnen
in Wimbern an.

Bei der Einkleidung erhielt Agatha den Namen „Schwester Wigbertia“. Nach der Profess besuchte
sie die Landfrauenschule in Rhede und wurde dann in häuslichen Arbeiten eingesetzt. Nach der
ewigen Profess erwarb sie im Meinwerk-Institut in Paderborn die Befähigung als Wirtschafterin. Die
längste Zeit ihres Missionslebens war dem Einsatz in Papua Neuguinea gewidmet. 43 Jahre wirkte
sie dort, eingesetzt zumeist in häuslichen Arbeiten, in die sie viele junge Frauen und landgeborene
Mitschwestern sehr geschickt einzuführen wusste. Im Jahr 2006 musste Schwester Wigbertia aus
gesundheitlichen Gründen ihr geliebtes Missionsland Papua Neuguinea verlassen.

Bei ihrer Rückkehr ins Heilig-Geist-Kloster in Wimbern wartete hier eine neue und wiederum keine
so neue Mission auf sie: Beten, viel Beten, Loslassen, stilles Entsagen, und das in ganz selbst-
verständlicher Zufriedenheit. Darin ist sie uns allen zum Vorbild geworden.

Ihren Angehörigen blieb Schwester Wigbertia immer liebevoll verbunden. Eine überaus große
Freude war ihr, als sie im Jahr 2011 beim Besuch von Papst Benedikt XVI. im Wallfahrtsort Etzels-
bach im Eichsfeld war, zusammen mit ihrer Schwester Martha, die dem Niederländischen Orden der
Schwestern der Liebe Unserer Lieben Frau, Mutter der Barmherzigkeit, angehört.

„Wie Gott will, soll es geschehen!“ – Diese Einstellung zieht sich wie ein Refrain durch das Leben
unserer Schwester Wigbertia bis in ihre letzten Tage. Dieser Satz steht in ihrem Aufnahmegesuch
1951; genau diese Worte sprach sie sehr bewusst an ihrem vorletzten Lebenstag aus, als es um die
Entscheidung der weiteren Behandlung ging.

Wir danken Schwester Wigbertia für Ihr missionarischen Leben und Beten in unserer Mitte. Sie wird
unsere große Fürbitterin sein. Der Herr schenke ihr nun auf immer das „in Gott verborgene Leben“!



R.i.P.


 

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