Eine heilige Stunde in Steinbach (Holy Hour)
St. Mauritius in Steinbach
Geschrieben von: Peter Anhalt   

Autor: Peter Anhalt

Wann gab es das schon in der Steinbächer Kirche St. Mauritius? Gäste aus Dresden und Erfurt, aus Innsbruck und Wien in Österreich sowie aus Irland waren in das kleine Eichsfelddorf gekommen, um mit Jugendlichen der Gemeinde und der umliegenden Dörfer eine "Heilige Stunde" vor dem ausgesetzten Allerheiligsten zu feiern, zu meditieren und zu beten. Wie der Initiator Bruder Paulus Tautz (Franziskanern der Erneuerung aus New York City, CFR) einleitend berichtete, würden sich inzwischen Millionen junger Menschen auf der Welt zu dieser Form der Anbetung treffen, um Heimat und Trost zu finden, allein in 1000 Gemeinden in den USA.

Die Steinbächer Kirche war am 3. Januar 2017 in einem ganz anderem Licht zu erleben. Viele Kerzen, die Christbäume, das angestrahlte Jesuskind in der Krippe und zusätzliche rote Strahler verzauberten den Altarraum in einen mystischen Ort. Aus allem heraus leuchtete die angestrahlte Monstranz über dem Tabernakel. Sie bildete den Mittelpunkt. Kräftige Weihrauchschwaden stiegen empor.

Die Band beginnt zu spielen. Keineswegs mit lauten Tönen und mitreißenden Gitarrenklängen. Vielmehr erfüllte ein sanfter Klangteppich den Kirchenraum. Bruder Paulus webte mit sanfter Stimme in diesen Klangteppich Gebete und Meditationen ein, die zu Herzen gingen. Er lud ein, zur Ruhe zu kommen, einfach nur hinzuhören, sich beschenken zu lassen. Das Christentum sei keine Religion des Buches, keine Morallehre oder Philosophie, im Christentum gehe es um eine Person, um eine Freundschaft, die auch mal anstrengend sein könne. Die Lieder der Band sind erfüllt von Liebe und Dankbarkeit gegenüber Jesus.

Eingebunden in die Meditationen gab Bruder Andreas Maria von den Brüder-Samaritern aus Österreich sein Lebenszeugnis. Er kommt aus Thüringen (Erfurt), war in einer katholischen Familie aufgewachsen, in einer katholischen Schule ausgebildet worden und in der Pfarrjugend verankert. Dennoch konnte er Gott nicht lebendig erfahren. Er suchte den Ausgleich beim übertriebenen Radfahren, bis er zur Anbetungsbewegung kam und sich nach einem Jahr in einem Kinderheim in Peru zum Klostereintritt entschloss.

Am Ende der Anbetungsstunde lud Bruder Paulus dazu ein, das Allerheiligste ganz aus der Nähe zu betrachten und mit ihm individuell gesegnet zu werden. Danach spendete er den Segen mit Monstranz für alle, mit weit ausholenden Bewegungen, jedoch ohne Worte, weil Jesus selbst den Segen gibt.

Nach der Feierstunde bestand im hinteren Teil der Kirche die Gelegenheit zur Information und Gesprächen. Viele Tonträger langen zum Verkauf bereit. Leider wurde die "Holy Hour" nur von wenigen Menschen wahrgenommen und die eigentlich eingeladenen Jugendlichen bildeten eine Minderheit.

Wie Pater Paulus versprach, wird es im Rahmen der Pferdewallfahrt vom 14. bis 16. Juli 2017 ein "Gig-Festival" (Gott ist groß) im Wallfahrtsort Etzelsbach stattfinden, mit Workshops, Konzert, Nachtprozession, Holy Hour und Lobpreis-Party. Erwartet werden aus den USA Joe Melendrez, Fusion, Marie Miller, Father Agostino und Brother Isiah (beide CFR) sowie John Pridmore aus Großbritannien.



 

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