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Papst Benedikt XVI. feiert Marienvesper in Etzelsbach

Autor: Peter Anhalt

Einen unerwarteten Bedeutungszuwachs erhielt der Wallfahrtsort, als Vertreter des Vatikans entschieden, dass Papst Benedikt XVI. während seines Deutschlandbesuches 2011 hier Station machen würde. Etzelsbach lang in den sogenannten neuen Bundesländern, konnte auf eine lange Wallfahrtstradition verweisen, hatte ein Gnadenbild, das Maria und ihren toten Sohn zeigt, und lag in einem weiten Wiesental. Der letztgenannte Punkt war ausschlaggebend. Die weiträumige Wiesenlandschaft von Etzelsbach versprach ein geringes Sicherheitsrisiko und bot Platz für mehr als 100 000 Menschen. Kein anderer Eichsfeldischer Wallfahrtsort erfüllte dieses Kriterium.

Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, schrieb rückblickend: "Der kleine Wallfahrtsort Etzelsbach rückte nun in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Die Kameraobjektive waren für einige Stunden auf diesen einen Ort gerichtet: Etzelsbach. Über 3.000 Journalisten aus aller Welt verfolgten in den Pressezentren von Erfurt, Freiburg und Berlin und teilweise auch vor Ort das Geschehen. Mitten auf dem Acker war eine Kathedrale für einen Tag entstanden. Tief haben sich die Bilder von Etzelsbach in die Herzen der Menschen eingeprägt. Und selbst in den fernen USA registrierten Journalisten den Aufenthalt von Papst Benedikt XVI. im Eichsfeld. Wie nie zuvor wurde Etzelsbach zum Weltmeister. Hierher kam der Papst, nicht irgendwo hin in Deutschland, sondern an diesen geschichtsträchtigen und landschaftlich reizvollen, aber auch etwas abgelegenen Ort, den das moderne Navigationssystem nicht ohne weiteres findet. ... Der kleine Flecken Etzelsbach, den der durchschnittliche Bundesbürger bisher nicht kannte, ebenso wenig die Vielzahl von Journalisten in Deutschland, wurde zu einem der Kernstücke der Apostolischen Reise des Papstes. Gesang und Gebet, Andacht und Aufmerksamkeit und die nahezu inszenierten Strahlen der im Abendrot untergehenden Sonne versetzten Etzelsbach in einen meditativ-geistigen Zustand..."

Ja, der 23. September 2011 zeigte eindrucksvoll, was das Eichsfeld ausmacht. Aus allen Himmelsrichtungen strömten die Menschen herbei. Wallfahrten ist den Eichsfeldern in die Wiege gelegt. Die Marienvesper mit Papst Benedikt wurde zu einem Fest des Glaubens. Bald hieß es: "Etzelsbach war der emotionale Höhepunkt" des Papstbesuches in Deutschland.

Dazu passt auch die Entscheidung des Vatikans, das Gnadenbild von Etzelsbach auf der Gedenkmedaillie für den Papstbesuch in Deutschland abzubilden. Später wurde es auch auf einer Vatikanbriefmarke wiedergegeben.

 

"Wir waren dabei…“

So hieß der Aufruf an alle Pilger, die ihrer Begeisterung für den Papstbesuch in Etzelsbach Ausdruck geben wollen.

 

Fotos: Ulrich Schmalstieg

Liebe Mitchristen

mit 1400 Pilgern aus dem Bistum Hildesheim bin ich von Duderstadt aus den Weg gegangen. Leider kamen wir aufgrund unseres verspäteten Eintreffens (einige Pilger hatten auf dem letzten Wegstück schlapp gemacht, daher mußten wir an der Sicherheitsschleuse auf Vollständigkeit warten) nicht in unseren vorgesehenen Bereich "Δ". So mußten wir ganz hinten um das Gelände herum und uns eine Aussichtspunkt suchen, hinter den Zelten. Dank Tele-Optik gelangen mir einige "Nahaufnahmen".

Es war für uns alle ein großes Erlebnis, besonders beeindruckt waren wir von den vielen Helfern für Verpflegung, Sicherheit und die menschlichen Urbedürfnisse (Toiletten).

 

Fotos: Henny Häberle

Auch wir waren dabei!!!

Wir hatten eine sehr nette Übernachtungsmöglichkeit (Danke nochmal!!) in Berlingerode, wo wir Donnerstag abend gegen 21-00 ankamen. Wir kamen aus Baden Würtemberg. Am Nächsten morgen klingelte um 5-00 uhr der Wecker und nach dem Frühstück gegen 6-15 uhr machten wir uns auf den 7km langen Pilgerweg St. Kilian. Wunderschöne Erfahrung mit dem Sonnenaufgang!!  Auf der Strecke wurden wir herzlichst begrüßt von allen Helfern. Meist mit den Worten "Ihr seid die ersten Pilger!!". Als wir aus dem Wald kamen und man das Pilgerfeld schon sehen konnte wurde die Spannung Größer. Das Letzte Stück wurden wir wieder empfangen von ca 20 Helfer und security. Schon ein komisches Gefühl als erstes anzukommen. Punkt Acht standen wir vor dem Eingang. Jedoch waren noch Sicherheitskontrollen und wir kannten dann ca 8-30 das Pilgerfeld betreten. Auch Hier Freudige Rufe "Die ersten Pilger sind da"!!! . Naja von da an Begann der Tag den Jeder irgendwie gleich oder ähnlich erlebt hat. Jedenfalls war er spannend, erignissreich und sehr bewegend. Wir sind sehr froh dieses Ereigniss an einem solch schönen Ort erlebt zu haben.

 

Fotos: Pia Gumpert

Wolfsheimer waren auch dabei!

„Der Papst kommt nach Etzelsbach!“ Das war für mich als gebürtige Steinbächerin die Sensationsnachricht des Jahres. Keine Frage, gemeinsam mit meiner Familie wollte ich dabei sein. Ungefähr ab März 2011 begann die Berichterstattung des MDR über den geplanten Papstbesuch und nicht nur das ganze Eichsfeld, ganz Thüringen, stand Kopf. Doch in Rheinhessen (Rheinland-Pfalz) sah es ganz anders aus, in einer Region, die vor allem evangelisch geprägt ist. Die Meinungen über den Papstbesuch gingen hier sehr weit auseinander. Doch von allen: „Was, da gehst du hin? Was willst du da!“-Parolen haben wir uns nicht abhalten lassen. Auch die Knie-OP meines Mannes einige Tage zuvor, war kein Grund fürs Fernbleiben, schließlich gibt es ja Krücken. Bereits am Donnerstag in Steinbach angekommen, führte uns der erste Weg zum Pilgerfeld. Mein erster Gedanke war: Es ist ja nichts mehr wie früher. Unser Weg führte auch in die Kapelle, zum Gnadenbild der Mutter Gottes, die am Freitag zu allen Ehren kommen sollte. Am Freitag, 23.09.2011, selbst waren wir schon sehr früh unterwegs. Bereits gegen 11:00 Uhr waren wir auf dem Pilgerfeld mit Getränken, kleiner Marschverpflegung, Regenmänteln! und Wallfahrtstühlchen. Die Zeit bis zum Eintreffen des Papstes ging so schnell vorbei. Diese zeit möchte ich als Fest des Wiedersehens und der Begegnungen beschreiben. Ich habe viele alte Bekannte, Schulkameraden und Lehrer nach mehr als 20 Jahren getroffen bzw. wiedergesehen. Es war eine tolle Zeit. Sehr bewegt haben mich auch die Bilder der eintreffenden Pilger, die bis zu 10 km Fußmarsch auf sich genommen hatten, um dabei sein zu können. Gänsehaut bekomme ich noch heute, wenn ich an die ersten Bilder vom Papst denke: er sitzt im Hubschrauber und ist im Landeanflug. „Er kommt wirklich nach Etzelsbach, jetzt wird es wahr.“ Sehr erstaunt war ich, wie leise 90.000 Menschen sein können, als im Programmablauf „STILLE“ gestanden hat. Sehr positiv war ich auch von der Stimmung der Jugendlichen berührt. Von ihnen ging, nach meinem Empfinden, eine ganz besondere Kraft aus. Toll zu sehen, dass Jung und Alt gemeinsam mit dem Papst die Vesper feierten. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Mitgenommen habe ich ein ganz besonderes Gefühl der Gemeinschaft, der Freude und der Dankbarkeit, aber auch einen Sonnenbrand im Gesicht, denn Sonnencreme hatten wir nicht dabei!

 

Fotos: Erhard Bechmann
Fotos: Fam Hennecke
Fotos: Mariana Thüne
Fotos: Hve-Eichsfeld-Touristik
Fotos: Ludger Achtermeier

Fotos: Michael Hesse

Fotos: Michael Hesse
Fotos: Monika Klingebiel
Fotos: Peter Anhalt
Fotos: Rita Reiter
Fotos: Tobias Löffler
Fotos: Waltraud Simon

Siebtes Jahresgedenken im Regen

Erstellt von Peter Anhalt ||  Papst Benedikt XVI. in Etzelsbach

Der 23.09.2018 hatte gleich mehrere Besonderheiten aufzuweisen: der Tag fiel auf einen Sonntag, das Jahresgedächtnis an den Papstbesuch fand um 10 Uhr…

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