Wie das Gnadenbild gefunden wurde

ein Wandgemälde gibt Auskunft

Nach den ersten Kontakten zwischen Pfarrer Oswald Kullmann und dem Künstler Willy Jakob ergab sich eine fruchtbare Zusammenarbeit und beinahe freundschaftlicher Umgang.

Jakob erhielt 1929 einen Auftrag für ein zweites Bild.

Er sollte darstellen: Wie das Gnadenbild gefunden wurde.

Willy Jakob  hat sein Gemälde selbst beschrieben. Er formulierte:

„Der Künstler hat auf der rechten Wandfläche des Chores den Augenblick zur Darstellung gebracht, da nach der Legende das Gnadenbild aufgefunden wurde. Der Pflug hat das Bild der Schmerzensreichen an das Tageslicht gebracht. Ein wunderbares Licht geht von dem Bild aus. Andächtig ist der fromme eichsfeldische Bauersmann im blauen Leinenkittel in die Knie gesunken. Die Frau ist herbeigeeilt und faltet die fleißigen Hände zum Gebet. Das Kind bringt der Muttergottes den ersten Blumenstrauß. Der Junge, der die Pferde geführt, eilt freudig herbei. Die derben Ackergäule sind wohl gelungen, der rechte wendet den Kopf der Sonne zu, während ihn der linke zur Scholle neigt. Alles Licht geht vom Gnadenbilde aus, und alle Linien führen darauf hin. Vom Himmel schweben Engel herab zur Verehrung des Bildes, um gleichsam die Gnaden vorzubedeuten, die künftig vom Muttergottesbilde ausgehen sollen. So darf man vermuten, dass das Bild sowohl dem frommen Waller, als auch dem kunstliebenden Besucher gefallen wird.“

Unkundige Besucher der Etzelsbachkapelle übersehen schnell das Gemälde. Es befindet sich an der rechten Chorwand über der Sakristeitür. Der Wunsch des Künstlers hat sich dennoch erfüllt.

Seit Generationen wird die volkstümliche Darstellung gern betrachtet und weitererzählt. Überhaupt geben die beiden Gemälde Willy Jakobs der Kapelle zu Etzelsbach ihr besonderes Gepräge und tragen zu ihrer Beliebtheit bei.